Harmonielehre u. Gehörbildung???

Harmonielehre und Gehörbildung ist für viele Musiker ein abstraktes Gebilde das oft sträflich vernachlässigt wird.
Die traditionelle Art Gehörbildung zu Üben hat auch mich immer wieder in den Wahnsinn getrieben. Nach drei Monaten ist man angespannt weil mann Intervalle oder Akkordverbindungen etc. ohne musikalischen Kontext; nicht mehr erträgt. Die Vermutung liegt nah das es vielen Kollegen ebeso geht, oder ging.

Bei Hamrmonielehre ging es mir fast immer so, das ich von der Logik her Zusammenhänge erklären konnte, mir aber danach in mühseliger Kleinarbeit die Sounds dazu ins musikalische Gedächtnis- regelrecht eingehämmert habe. Beide Verfahren erachte ich heute als Zeitaufwendig und wenig Freude bringend, da sie mit Musik machen wenig zu tun haben. In den letzten drei Monaten durfte ich eine neue Erfahrung in diesem Bereich machen durch ein wunderbares Buch von Frank Sikora (Professor für Jazz u. Gehörbildung).

Sikora verbindet Theorie mit Gehörbildung in der täglichen Spiel-Praxis.
Er regt dazu an Gehörbildung durch bewusstes Üben mit der Theorie zu verbinden. Auch andere Formen der Gehörbildung sind bei ihm möglich…….

 

"Ihr müsst euch Euer eigenes Gehörbildungs-Training Bauen!"

 

Dabei regt er an zu seinen persönlichen Roots zurück zu kehren.
Sich diese Sounds bewusst zu machen, und dann in seiner eigenen persönlichen Entwicklung, die man hatte, weiter zu gehen. Das erfordert den Mut, Dinge die man eventuell unbewusst längst kann, sich bewusst zu machen. Auch wenn man eigentlich sich mit komplizierteren Sounds beschäftigen will. Das Ohr soll auf eine Solide Basis gestellt werden. Hierbei zeigt er Denkweisen auf die dazu beitragen Sounds besser zu Speichern. Denn das was wir Denken hat einen Einfluss auf das was wir innerlich Hören. Hinzu kommen verschiedene Übungen um den Grundton eines Musikstückes zu erfassen.

Im Selbsttest, aber auch im Test mit Schülern zeigt sich: Frank Sikora hat vollkommen recht. Musikalische Zusammenhänge lassen sich auf seine Weise besser einprägen.
Sikora geht dabei auch unübliche Wege.
Sounds in Worte fassen, in Gefühlen beschreiben.
Vielleicht kann man sich auch Bilder vorstellen als Unterstützung.

Ich bin gespannt welche Wege ich gemeinsam mit meinen Schülern finde; um ihnen ein besseres musikalisches Hören beizubringen.
Sikora ist in seinem  Werk sehr auf Jazz bezogen. Die Ideen die er bringt lassen sich aber auf jede andere Situation ummünzen.

andreas@gitarrenunterrichtberlin.de